Seit Montag haben wir Klarheit bezüglich unserer Haushaltssituation. Das Schlechte ist: Es gab Einsparungen! Das Gute ist: Sie sind wesentlich niedriger als erwartet! Auf Grund dieser Klarheit stellen wir unseren Protest vorläufig ein. Am kommenden Dienstag gibt es dann endlich unser erwünschtes Gespräch mit dem Kanzler. Hier müssen wir deutlich machen, dass ein kontinuierlicher Abbau unseres Etats nicht akzeptierbar ist. Wir fordern eine grundsätzliche bessere Kommunikation und einen direkten und schnellen Austausch bei Änderungen des Haushalt.

Vielleicht ist es das Ende der Kanzler-Wochen, vielleicht feiern wir weiter… Wir werden es sehen!

Sehr geehrte Mitglieder des Akademischen Senats,

den meisten von Ihnen wird sicherlich nicht entgangen sein, dass die Studierendenorganisation Interflugs sich in letzter Zeit an die Hochschulöffentlichkeit gewandt hat, um auf die Haushaltsfrage und noch nicht beschlossene aber angekündigte Einsparungen an unserem Budget aufmerksam zu machen. Natürlich sind wir uns der Tatsache bewusst, dass viele Bereiche der Hochschule diese Einsparungen über sich ergehen lassen müssen, und dass deren Gesamtsumme ausserhalb der Entscheidungsgewalt der Hochschulleitung verfügt wird. Wir möchten, in diesem Licht betrachtet, aber auch einmal darauf aufmerksam machen, dass Interflugs elementare Aufgaben der Hochschule zu Niedrigsttarifen und selbstorganisiert übernimmt.

Dafür lassen sich u.a. folgende zwei Beispiele nennen:

- Geräte- und Technikausleihen sowie Arbeitsräume aufzubauen, zu organisieren und zu betreuen, verschlingt unter “normalen” Bedingungen ein Vielfaches dessen, was bei Interflugs dafür investiert wird. Das ergibt sich aus unserer langjährigen Erfahrung mit Technik und Medien, aus der unkomplizierten Handhabung der Ausleihe, sowie der Personalvergütung zum Studententarif bzw. unbezahlter Mehrarbeit.
- Es gibt aktuelle Beispiele (Kopenhagen und Wien), bei denen Hochschulrektoren als “Ersatz” für eingesparte Professuren den Studierenden die Finanzierung einer “Freien Klasse” versprechen. An der UdK wird dieser “Lehr-Ersatz” seit 2 Jahrzehnten als fakultätsübergreifende produktive Plattform der künstlerischen Zusammenarbeit praktiziert.

Interflugs hat die Tendenz zur Einsparung und Prekarisierung vor 20 Jahren voller Enthusiasmus vorweggenommen, weil die Selbstorganisation gleichzeitig Möglichkeien zur Entfaltung, Verantwortung und studentischer Teilnahme an der Gestaltung der Hochschule verspricht. Interflugs soll weiterhin einen Freiraum zur unbürokratischen Verwirklichung freier, und vor allem fakultätsübergreifender Projekte bleiben. Besonders durch die massiven Veränderungen im Zuge der BA Umstellung haben viele Studierende jegliche Perspektiven eigenständigen Handelns an der UdK verloren. Dies ist keine Polemik sondern unser Fazit aus vielen Einzelgesprächen und eigenen Erfahrungen als Studierende. Die Veränderung der Ausbildung an der UdK hat Interflugs nicht obsolet gemacht, sondern im Gegenteil neue Aufgaben und Massnahmen nötig gemacht, vor denen wir nicht die Augen verschließen möchten, sondern an deren Problematisierung und Lösung wir uns dringend beteiligen müssen. Und dies ist der Grund, warum wir auf unserer Arbeit beharren, warum wir der Meinung sind, dass unser technischer, finanzieller und personeller Bestand wenn schon nicht erweitert, so doch um jeden Preis erhalten werden muss.

Wir bitten daher die Mitglieder der Akademischen Senats, sich mit dem Thema Interflugs auseinanderzusetzen und ggf. mit uns in Kontakt zu treten.
Wir interessieren uns für einen offenen Diskurs und Ihre Meinungen.

Mit freundlichen Grüssen


Interflugs

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Es gibt zwei Neuigkeiten -
Erstens haben wir heute zwei Telefonate bekommen, einmal von Frau Quadt, die uns mitteilte, dass unsere Tutorenverträge ab Februar verlängert werden. Die Januar-Gehälter sind verfallen, aber immerhin haben wir ansonsten Klarheit. Zweitens hat Frau Schmiedel kurz danach angerufen und ausgerichtet, dass die Sachmittel, das heißt, die anderen 50% unserer Sachmittel, immer noch nicht eindeutig zugesagt werden können.

Also nur ein Etappenziel! Aber wir haben das Gefühl, dass unsere Öffentlichkeit angekommen ist!
Trotzdem geht es weiter und es ist immer noch nicht klar in wie weit unserer Etat (Sachmittel) 2010 abgesichert ist! Es geht also weiter!

Also wir haben uns entschlossen durch die heutigen Neuigkeiten, dass die Ausleihe wieder offen ist!

Am letzten Donnerstag (21. Januar) war die große Einweihungsparty zur neuen Amtszeit des Präsidenten. Ein breites Publikum von Professoren, Lehrkräften und Verwaltungsmitarbeitern waren anwesend. Wir haben diese feine Gala mit Sekt und Small Talk dafür genutzt, um auf die Finanzierungsproblematik von Interflugs aufmerksam zu machen. Denn auch der Kanzler und Herr Franke waren da! Nachdem kurze Gespräche zwischen Tür und Angel (siehe Foto) keine Klarheit brachten, betrat Interflugs, nach der Rede von Herrn Rennert, unangemeldet das Rednerpult und hat folgende Worte in die Menge gestreut:

R e d e    a n    d e n   P r ä s i d e n t e n

Wir, Interflugs, möchten auch die Gelegenheit nutzen Herrn Rennert zu seiner neuen Amtszeit als Präsident zu gratulieren. Und wir möchten gleichzeitig diesen Abend zum Anlass nehmen, um kurz auf das zwanzigjährige Zusammenleben von Interflugs und der Universität zurück zu blicken. Interflugs ist eine für und von Studierenden geleitete Organisation der UdK, in deren Mittelpunkt die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Disziplinen, Fakultäten und Universitäten steht. Durch die explizite Studierendenverwaltung eines eigenen Etats und die Gleichberechtigung aller Interflugslerinnen und Interflugslern scheinen wir ein Feld völliger Freiheit und Glückseligkeit zu beackern (lächeln): Studentische Projekte können teilfinanziert werden, ein breites Angebot von technischen Geräten kann zur Verfügung gestellt werden, Filme werden gedreht, geschnitten, besprochen, eine mannigfaltige Zusammenstellung von Workshops wird organisiert und interessante kulturelle Positionen der zeitgenössischen Produktion werden ins Haus geladen. Interflugs als Möglichkeitsmaschine in der Unmöglichkeitszone der UdK. Historisch gesehen hat sich Interflugs aus einem großen Engagement und einer noch größeren Notwendigkeit heraus gebildet. Und jetzt, 20 Jahre später, heißt es diese so kostbare Basis zu schützen und zu verteidigen.

“Es gibt nichts, es sei denn man tut es!”
Dies ist ein Zitat der Überschrift eines Textes aus der Interflugs - Dokumentation 1994 von Ulrich Roloff Momin. Herr Momin war in der Zeit Präsidenten der HdK, in der Interflugs das Licht der Welt erblickte. Eine Zeit, in der ebenfalls eine studentische Protestwelle Europa überrollte und in der ebenfalls die Rede war von allgemein großen Einsparungen und knappen Haushalten. Trotzdem wurde es gewagt, neben den immer weniger werden Gelder, einen neuen Haushaltstitel namens Interflugs ins Leben zu rufen, und es wurde nicht davor gescheut waghalsige Unternehmungen zu installieren, um Kommunikation und gemeinsame Projekte und Erfahrungen der Studierenden quer durch die unterschiedlichen Bereiche der damaligen Hochschule zu initiieren und zu unterstützen. Das Erstaunlichste ist, wenn man die Archive dieser Zeit durchforstet, dass in jenen Zeiten des Protest ein ungemein offener und produktiver Dialog zwischen den Studierenden und der Hochschulleitung bestand, der all die bis in die heutige Zeit ragenden Dinge hervorbrachte.
Und deswegen soll dieser Rückblick auch als eine Art Voraussicht fungieren, denn angesichts der Lage, dass momentan keiner unserer Tutorenverträge verlängert worden ist und dass ein Großteil unserer Sachmittel 2010 im Unklaren liegt, können wir nur hoffen, dass bestimmte gesellschaftliche und künstlerische Werte erhalten bleiben, und dass wir möglichst bald in einen bisher nicht erfolgten offenen Dialog eintreten. Bis dahin schließen wir die Geräte-Ausleihe und verkünden somit unseren Protest gegen eine nicht-transparente Finanzpolitik und eine verbesserungswürdige Kommunikation innerhalb der UdK.

Interflugs loves you!

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Bisher keine Verhandlungsgespräche mit dem Kanzler! Unser vereinbarter Termin mit dem Kanzler am kommenden Donnerstag wurde abgesagt! Die Ausleihe bleibt also leider bis auf weiteres geschlossen und die Interflugs-Kanzler-Wochen gehen weiter! Bitte unterstützt uns und schreibt eine e-Mail (wolfgang.abramowski@intra.udk-berlin.de) an den Kanzler oder ruft Ihn gleich direkt an (030 3185 2445)! Die Wichtigkeit von Interflugs muss öffentlich gemacht werden - es gibt kein Einsparungspotential bei Interflugs.

Unterstützt euch selber und schreibt dem Kanzler eine e-Mail!

Interflugs loves you!

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